Die grünen Lungen von Berlin

Wenn man, wie ich, mal wieder die Gelegenheit hat, durch Parks, wie dem Anton-Saefkow-Park, zu laufen, bemerkt man die Notwendigkeit von grünen Oasen in einer sonst ziemlich dicht besiedelten Stadt.

Ich habe das Gefühl, durchatmen zu können, meine Ohren bekommen eine kleine Kur und die Augen schauen auf Grün und das soll ja auch erholsam sein. Stressfaktoren, wie Lärm, Werbung, Verkehr und Hektik müssen pausieren und werden von einer Ruhe und Entspanntheit abgelöst. Der Lärm findet in der Ferne statt, man befindet sich plötzlich in einem Stadtdschungel. Wie wichtig diese Pausen sind, merke ich, wenn ich ausschließlich auf Beton gelaufen bin und urbanes Grau mein Gesichtsfeld bestimmen. Ich bin damit ein Teil der Hektik geworden und das schafft.

Durch die massive Verdichtung der Wohnquatiere vielerorts sind öffentliche Räume rar geworden. Die Flucht in grüne Areale ist zwangsläufig. Zudem sichern sie sogenannte Kaltluftschneisen in einer sich schneller aufheizenden Stadt.

Der Volkspark Friedrichshain ist großzügig und bietet vielen Menschen verschiedenartige Freizeitbeschäftigungen. In einem Einzugsgebiet von mehreren Hunderttausend Menschen gerät dieser Park an die Grenzen seiner Kapazität.

Der Thälmannpark soll Erholungsgebiet von eines der dichtesten Wohnquartiere Europas sein. Bewohnerinnen des Helmholtz-, Kollwitz- und des Winskiezes wollen hier dem Grau entfliehen.

Im hart umkämpften Mauerpark kommen zu den Anwohner*innen noch tausende Touristen dazu. Die Immobilienbranche würde alles zu bauen und versiegeln. Öffentliche Räume bringen ja kein Geld. So wird immer wieder versucht, mit Randbebauung in die Naturrefugien einzudringen.

Eine der wichtigsten Indikatoren für das Stadtklima, das Tempelhofer Feld, muss vor extremen Bauverlangen geschützt werden. Der Tiergarten soll umzäunt werden. Auf fast alle Grünflächen und Parks ist ein kommerzieller Zugriff von interessierter Seite gewünscht.

Diesen ist es nach Möglichkeit abzuwehren, da öffentliche Räume urbanes Leben erst möglich machen und die grünen Lungen Berlins elementarer Bestandteil von Lebens- und Wohnqualität in einer Großstadt sind. (Raik)

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