Kein Platz für Tiere – und auch nicht für Menschen

Am vergangenen Mittwoch haben sie die Katze aus dem Sack gelassen: die jetzt Anfang Juni beginnenden Bauarbeiten im Ernst-Thälmann-Park werden sehr umfangreiche Beeinträchtigungen mit sich bringen. Beeinträchtigungen für die Parkbewohner und auch für die Anwohner der umliegenden Kieze, die aufgrund des mangelnden Grünflächenangebots in Pankow dringend auf den Park angewiesen sind. Die Menschen sind gerne hier, zur Erholung, zum Lernen, zum Sport treiben, zum Hund ausführen, zum Durchqueren abseits von Hauptverkehrsstraßen und ja, auch zum
Einfach-mal-auf-der-Picknickdecke-abhängen. Zu den Besuchern zählen auch viele ältere und alte Menschen, Eltern mit Kindern, Kinder ohne Eltern!, behinderte Menschen etc., denen nicht zugemutet werden kann, so wie es der Grüne Stadtrat Vollrad Kuhn gerne anführt, „mal eben“ in den sehr viel weiter entfernten Anton-Saefkow-Park zu gehen (und dabei noch die Greifswalder Straße überqueren zu müssen).
Jetzt, in Zeiten der Pandemie, zeigt sich mehr denn je, wie wertvoll die städtischen Grünflächen/Parkanlagen für uns Menschen sind. Durch die unmittelbar anstehenden Baumaßnahmen wird den Bewohnern und Anwohnern des Parks über 1 Jahr lang z.B. die zentrale, große Wiesenfläche entzogen, sprich: wir dürfen sie nicht nutzen. Es wird Zufahrtswege für LKW und andere Baustellenbeschicker geben, Lärm, Staub, Gestank, Nerv.
Ausgerechnet jetzt, den ganzen Sommer über, Herbst, Winter, Frühjahr 2022, etc. Die über den Park verteilten Baustellen werden nicht nur uns Menschen massiv stören, sondern auch die Tiere, die sich gerade in der Brut- und Setzzeit befinden, also versuchen, im Park ihre Jungen zu ernähren und großzuziehen. Vögel, Fledermäuse, Kleintiere. Viele Bäume wurden für die Maßnahmen bereits gefällt, wertvoller Strauchbestand gerodet. Nun kommen die Störungen hinzu. In keiner der Informations- und Beteiligungsveranstaltungen wurde darauf hingewiesen, dass es solch massive Beschränkungen während der Bauphase geben wird und auch die Dauer der Beeinträchtigungen wurde nicht kommuniziert.
Menschen, die keinen Garten haben oder Balkon oder Hinterhof und/oder sich keinen Urlaub leisten können oder dies pandemiebedingt nicht möglich ist, sind in den Allerwertesten gekniffen. Wir sind auf unseren Ernst-Thälmann-Park angewiesen. Pankow ist bekanntermaßen unterversorgt mit solchen Erholungsflächen. Nun wird für Abertausende Menschen eine Grünfläche für einen langen Zeitraum unbrauchbar. Wo sollen wir nur alle hin? Und es steht zu befürchten, dass bereits im Oktober wieder die Motorsägen kreischen werden, dann nämlich, wenn die Baufeldfreimachung für die Schule beginnt und der Park für uns alle kleiner und kleiner wird …

So schön war es hier mal

Ein Gedanke zu „Kein Platz für Tiere – und auch nicht für Menschen

  1. Pingback: 8 Fragen – Keine Antworten | AnwohnerInitiative Ernst-Thälmann-Park

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