Archiv der Kategorie: EWA Thälmanpark Erhalten – Nich Halbieren!

Alle Beiträge rund um unseren Einwohnerantrag

Einwohnerantrag – Unterschriftensammlung gestartet!

#Thälmannpark

Am Samstag haben wir die Sammlung von Unterschriften für unseren Einwohnerantrag: Thälmannpark erhalten – Nicht Halbieren! bei unserer zweiten symbolischen Absperrung der Durchwegung gestartet. Schön wars; der Zuspruch der Menschen war umwerfend, die Empörung groß über die irrsinnigen Pläne des Bezirks, hier dichtzumachen. Wir haben über 200 Unterschriften gesammmelt, und machen am nächsten Samstag, 06. März ab 14:00 Uhr weiter, bei unserer nächsten Absperrung! Weitere Sammeltermine finden Sie bei unseren Terminen.

Der RBB war auch bei uns (Nachrichten (ab 0:55) und die Berliner Zeitung hat ebenfalls schon darüber berichtet – Thälmann-Park soll bleiben: Einwohnerbegehren gegen den Bezirk

Kurze Video-Stellungnahmen von Aktiven unserer Anwohnerinitiative finden Sie hier …

… und im Übrigen sind wir der Meinung, dass Deutsche Wohnen & Co enteignet werden müssen!

… daher sammeln wir auch bei jeder Aktion Unterschriften für Deutsche Wohnen & Co enteignen!

 

Einwohnerantrag: Thälmannpark Erhalten – Nicht Halbieren!

Liebe Nachbarn,

Die aktuellen Pläne des Bezirks haben uns bestürzt; und viele von Ihnen ebenfalls, wie wir beim Verteilen unserer Flyer im Park vor zwei Wochen feststellen konnten. Bestärkt durch Ihre Rückmeldungen haben wir nun unseren dritten Einwohnerantrag erstellt:

Thälmannpark Erhalten – Nicht Halbieren!

 so dass wir am  Samstag, 27.02.2021 , ab 13:00 Uhr  mit der Sammlung von Unterschriften im Park beginnen können! Alle Details dazu finden Sie auf der Seite „Einwohnerantrag: Thälmannpark Erhalten – Nicht Halbieren!“ . Dort gibt es auch die Unterschriftslisten zum runterladen, beidseitig ausdrucken, unterschreiben und zurücksenden.

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

… und im Übrigen sind wir der Meinung, dass Deutsche Wohnen & Co enteignet werden müssen!

Grünanlagen betoniert man nicht!

Gefährdete Natur: Blick auf das Planungsgelände in Richtung Planetarium

Eine Planung des Bezirks für für die Erweiterung der Grundschule im Ernst-Thälmann-Park sieht vor, das denkmalgeschützte Areal vom Park am Planetarium abzutrennen und einen großen Teil der Grünanlage zu bebauen.  Alternativen für die Erweiterung wurden nicht ins Auge gefasst. Selbst die Denkmalschutzbehörde wusste nichts davon.
Eine Erweiterung der Schule ist sicher notwendig. Zu einem deratigen Eingriff in die Natur und ein denkmalgeschütztes Gebiet, das mit dem Gelände des Zeiss-Großplanetariums ein historisches Ensemble bildet, gibt es jedoch Alternativen, die weiterhin keine Beachtung finden. Die „Anwohnerinitiative Thälmannpark“ hatte als Ausweichfläche etwa das benachbarte alte Krankenhausgelände angeregt. Die Klinik wurde von Vivantes bereits aufgegeben, doch Stadtrat Kuhn betont, das Gelände stehe „komplett unter Ensembleschutz“. Weniger wichtig scheint eine immer stärker bedrohte Stadtnatur zu sein. Laut einem Bericht des Tagsspiegels vom 28. Januar, wusste die „Denkmalschutzbehörde des Bezirks bis dato nichts von den Plänen und reagierte nicht erfreut darauf.“


Entwurfszeichnung Erschließung für den Neubau der Grundschule am Planetarium durch das Büro TOPOS

Die roten Linien zeigen schematisch die Wege, wie sie zurzeit im Bestand tatsächlich vorhanden sind.

Die Planung des Bezirks (Link öffnet eine PDF) sieht vor, 0,6 Hektar des Grünzuges, der täglich von tausenden Menschen genutzt wird, für die Erweiterung der Schule zu bebauen. Zahlreiche Bäume, Strauchwerk und ebenso für das Stadtklima wertvolle Wiesenflächen würden verschwinden. Die Entwurfszeichnung erzeugt den Eindruck, dass als Umgehung zwei bestehende Wege angeschlossen werden sollen. Einer entlang der Fernwärmeleitungen am ehemaligen Güterbahnhof. Ein zweiter Weg hinter der Schule als Verlängerung der Diesterwegstraße. Vor allem letzterer müsste erst geöffnet werden. Mit einer roten Linie sei oben im Bild einmal gekennzeichnet, wie die Wege im Bestand in etwa tatsächlich vorhanden sind. Wir zählten auf der Streckenabschnitt vor der Schule an einem Dienstag Nachmittag 490 Personen pro Stunde; an einem Sonntag Nachmittag sogar 960 Personen pro Stunde.

Die Planung des Bezirks sieht zwei Umwege vor, die aufgrund der angrenzenden Bebauung beidseitig eingezäunte Verbindungen sein werden, und von deren Nutzung man jedem Menschen in der Nacht nur abraten könnte. Diese als Ausgleichsgrün zu deklarieren, ist schon kess – für Fahrrad- und Gehwege müsste vor allem entlang der Fernwärmeleitung weitere Flächen asphaltiert werden. Hier wurden offenbar vorsorglich bereits rund 50 kleinere und größere Bäume gefällt und Sträucher gerodet. 

Zusätzlich fällt auch der öffentliche Sportplatz dem Vorhaben zum Opfer.

Städtische Grünflächen zu planieren, ist nicht nur aus Gründen einer immer bedrohlicheren Klimaerwärmung unverantwortlich. Es raubt auch zahlreichen Tieren ihren Lebensraum.

Und so ein quadratischer Kalschlag, um den man ein paar Umwege klatscht, ist kein zeitgemäßer Städtebau. Daran ändern auch hübsche Begleitmöblierungen und Parkbeleuchtungen nichts.

Planskizze aus der Ausstellung „Ernst-Thälmann-Park“ von 1978 mit den drei Gasometern (links) und fortgesetztem Grünzug (rechts). Foto: Magistrat von Berlin, Büro für Städtebau, 1978 (IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Hubert Matthes)

In der Planskizze des Büros für Städtebau von 1978 ist deutlich zu sehen, dass der Thälmannpark von Anfang an gemeinsam mit dem Gebiet um das Planetaium konzipiert wurde. Als Grünzug zur Erholung der Bevölkerung und als wichtige Wegeverbindung für Fußgänger*innen. Hier kann man tatsächlich von Städtebau sprechen: sogar die weitere Umgebung wie der Anton Saefkow-Park und eine Planung zur Begrünung des Geländes, auf dem sich heute das Zementwerk befindet, flossen mit ein.

Derweil geht das Rodungs-Rodeo im Ernst-Thälman-Park in die nächste Runde. Im Ostteil der Anlage sollen schon im Februar zahlreiche Bäume fallen sowie Sträucher entfernt werden, wie der Tagesspiegel in seinem Newsletter zu gefährdeten Grünflächen im Bezirk gerade berichtete. Es steht zu befürchten, dass bei dieser Gelegenheit gleich das Gebiet für den Schul-Erweiterungsbau dem Kahlschlag zum Opfer fallen könnte und damit Fakten geschaffen würden.

Prestigeprojekt des sozialistischen Städtebaus


Der Ernst-Thälmann-Park und das Zeiss-Großplanetarium sind ab 1978 als ein Gesamt-Ensemble geplant worden. Das zeigt eine tolle Ausstellung im Zeiss-Grossplanetarium, die Corona-bedingt zunächst nur als als Online-Schau zur Verfügung steht (www.thaelmann-park.berlin) - Ein Neubauprojekt soll die Anlage nun auseinander reissen.

Aktuelle Planungen für einen durchaus notwendigen Schul-Neubau sollen den denkmalgeschützten Ernst-Thälmann-Park zukünftig vom Gelände des Planetariums abschneiden - ohne ausreichend zu prüfen, welche Alternativen sich an diesem Standort realisieren lassen würden.

Das ist schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil es dem Denkmalschutzgedanken widerspricht. Konkret wird eine von zwei Hauptachsen, die nicht ohne Grund Kerngedanke fast aller Planungsvarianten ab 1978 waren, endgültig durchtrennt - ein Weg, der täglich von tausenden Menschen benutzt wird und für die Qualität der Gesamtanlage maßgeblich ist.

Zahlreiche Lagestudien, Konzept- und Planungskizzen der Ausstellung "Ernst-Thälmann-Park" in der Prenzlauer Allee veranschaulichen, dass die Planung des Ernst-Thälmann-Park-Areals von Beginn an die Wege- und Blickbezüge zwischen dem weiter westlich gelegenen Grünzug Anton-Saefkow-Park bis hin zum heutigen Planetarium zur Grundlage hatte. Das gesamte Gebiet war 1978 zunächst als Parkanlage mit zahlreichen Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen zur Verbesserung der Lebensqualität der umliegenden Anwohner*innen geplant. Die Projektierung von Neubauwohnungen kam erst 1981 hinzu - diese fügten sich dann jedoch weitgehend in diese Freiraumplanung ein. Im westlichen Teil des Gebietes plante man dann ab 1984 den Bau eines Planetariums. Ein finaler Übersichtsplan, an dem dies deutlich wird, ist hier zu finden: http://thaelmann-park.berlin/einrichtungen/.

Auch das Planetarium mit seiner Parkanlage nimmt in seinem Wegekonzept die Verbindung zum heute denkmalgeschützten Thälmannpark auf. Die Grünanlage führt mit ihrer in Kreisen angeordneten Parkmöblierung und der Wegeführung das Konzept des Thälmanparks fort. Das Planetarium und die dazugehörige Anlage ist selbst nicht denkmalgeschützt - doch es gehörte von Anfang an zum Gesamt-Ensemble.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Februar im Zeiss-Großplanetarium in der Prenzlauer Allee aufgebaut.
Online: www.thaelmann-park.berlin