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Offener Brief an Bezirksbürgermeister Köhne: Geld für die Pflege des Thälmannparkes!

Ich dokumentiere hiermit den offenen Brief des Mieters und Mitgliedes der Anwohnerinitiative, Herrn Hahn, der auf Zustimmung innerhalb unseres KO-Treffen stieß:

„Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Matthias Köhne,

während der am 06.09.2013 durchgeführten monatlich üblichen Beratungen der Arbeitsgruppen unserer Anwohnerinitiative wurde zum wiederholten Mal über den ungepflegten und teilweise unfallträchtigen Zustand von Wegen und der Parkflächen Klage geführt. Im Ergebnis der Beratung wurde mir aufgetragen, Ihnen diesen Brief zu schreiben.

Aufgrund zahlreicher Beschwerden von Einwohnern des Thälmannpark wurden in den letzten Wochen die Parkwiesen unzulänglich gemäht und an einigen Stellen Büsche beschnitten. Ein Baumkronenrückschnitt noch im September 2013 in seitens des Bezirksamtes vorgesehen. Das reicht jedoch nicht aus!

Seit Jahren wird die Pflege der Wege und Grünanlagen des gesamten Parks in einem Maße vernachlässigt, der nicht mehr hingenommen werden kann. Dies wird umso deutlicher wahrgenommen, da sowohl die GEWOBAG wie auch die Wohnungsbaugenossenschaft „Zentrum“die ihnen gehörenden Flächen in gutem Zustand halten.

Durch Bürger der Anwohnerinitiative wird seit ebenfalls einigen Jahren die Pflege des Kiezteiches betrieben und trotz Rückschlägen mit finanzieller Unterstützung von Bürgern auch weiter gesichert. Diese Initiative ist im Sommer 2013 seitens des Bezirksamtes mit dem Umweltpreis gewürdigt worden.

Während einer Säuberungsaktion, welche durch unsere Initiative organisiert war, beteiligten sich im Sommer etwa 60 Bürger, säuberten im Umfeld des Kiezteiches Gehwege und entfernten Unkraut. Weitere Aktionen werden folgen, können jedoch wegen des Umfangs der erforderlichen Arbeiten immer nur Stückwerk sein.

Hiermit bitten wir darum, daß Sie als Bürgermeister Ihre Richtlinienkompetenz gegenüber der Abteilung Finanzen, Personal und Wirtschaft einsetzen, damit hinreichend finanzielle Mittel für dringend notwendige Erhaltungs- sowie Pflegearbeiten des Thälmannpark im Haushaltsplan 2014 und weiterer Jahre zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen Günter Hahn (für die AITP)“

Kleine Anfrage zu Baumfällungen – Ella-Kay-Straße 24

Achtzehn genehmigte Baumfällungen für die Eigentumswohnungen, und nur zwei Neupflanzungen als Auflage.
Die festgesetzte Ausgleichsabgabe 12 600 € macht dann also 787,50 € pro fehlenden Baum, bzw.  323,07€ pro Eigentumswohnung. Begründung: „Die Bäume befanden sich in einem zu geringen Abstand zur Bausubstanz bzw. im Bereich der notwendigen Rettungswege, so dass ein Erhalt aus fachlichen Gründen nicht gefordert werden konnte.“ Mit anderen Worten: Das ganze Gelände wird so knackvoll mit Eigentumswohnungen bebaut, dass nicht nur nahezu alle Bäume innerhalb des Grundstückes gefällt werden mussten, sondern sogar ein (?) Baum außerhalb.
Die kleine Anfrage zu den Baumfällungen ist vom Bezirksamt beantwortet worden und kann hier gelesen werden.  Interessant die Antwort auf Frage 6:  In welchem Verhältnis stehen die wirtschaftlichen Verwertungsinteressen eines Grundstückseigentümers zur Erhaltung von Bäumen nach Auffassung des Bezirksamtes? Wie verhält es sich in diesem konkreten Falle? Na das interessiert uns auch! So sieht übrigens die Lage des Neubauprojekt ELLA auf der Verkaufsseite von Strategis AG aus: Wasserturm statt Platte, Kollwitzplatz statt Thälmann. 

Bilder und Bericht vom Sommerputz im Thälmannpark

Bilder finden Sie jetzt in unserer Bildergalerie … Danke an Dominik Sollmann, der uns seine tollen Bilder immer zur Verfügung stellt und an Claudia für den Bericht!

© Dominik SollmannDer Parkputz vom 15.Juni liegt hinter uns und alle, die am Sonnabend dabei waren, wollen im Herbst wieder mitmachen! Da kann man wohl von Erfolg sprechen. Und tatsächlich sind viele gekommen und gemeinsam haben wir auch viel geschafft. Der Teich, viele Wege, einige Hecken, die Sonnenuhr – überall kamen die Gartengeräte zum Einsatz. Viele brachten eigene Geräte mit, einiges hatte das Grünflächenamt geliefert und die BSR stellte auch auf Anfrage Reinigungsgeräte zur Verfügung. Ein voller Container mit Grünabfall und mehrere Säcke Müll dürfen nun abgeholt werden. Ein großes Dankeschön an alle. Und während wir Anwohner unseren Park putzten, tummelten sich vor dem Thälmann-Denkmal Demonstranten, Gegendemonstranten und viele Polizisten. Eine merkwürdige Situation: Die Polizei trennt beide Gruppen und als erstes fordern einige Junge Liberale die schnelle Beseitigung (Sprengung!) des Denkmals sowie die Umbenennung des Parks, dann dürfen die Gegendemonstranten ihre Meinung kundtun. Letztere waren übrigens interessiert an der Meinung der Anwohner zu diesem Thema. Im Sinne unserer Parkputzaktion wurden beide Gruppen gebeten, eventuellen eigenen Müll selbst zu entsorgen. Unser Wohngebiet ist auf einmal für viele interessant geworden. Ist so viel Öffentlichkeit nun gut für unsere Anliegen bezüglich der Zukunft des Thälmannparks? Wie wäre es übrigens mit etwas Eigeninitiative? Warum auf einen Termin für eine große Aktion warten, wenn man öfter mal im Kleinen etwas unternehmen könnte? Also nicht nur Müll aufheben und zum nächsten Papierkorb tragen, sondern z.B. ein Stück Wegkante in Ordnung bringen, Rosensträucher freilegen, überhängende Zweige abschneiden…

Das betrifft die Flächen, die als städtischer Besitz eigentlich vom Grünflächenamt gepflegt werden sollten, aber wegen fehlender Finanzen nicht bearbeitet werden. Mir ist klar, dass wir damit das Grünflächenamt aus seiner Verantwortung entlassen, aber wollen wir täglich den traurigen Anblick ungepflegter Grünanlagen vor Augen haben?

Für den Termin im Herbst planen wir jedenfalls auf mehrfachen Wunsch Grillen und Getränke mit ein. Also, wir sehen uns im Park.

Die grünen Lungen von Berlin

Wenn man, wie ich, mal wieder die Gelegenheit hat, durch Parks, wie dem Anton-Saefkow-Park, zu laufen, bemerkt man die Notwendigkeit von grünen Oasen in einer sonst ziemlich dicht besiedelten Stadt.

Ich habe das Gefühl, durchatmen zu können, meine Ohren bekommen eine kleine Kur und die Augen schauen auf Grün und das soll ja auch erholsam sein. Stressfaktoren, wie Lärm, Werbung, Verkehr und Hektik müssen pausieren und werden von einer Ruhe und Entspanntheit abgelöst. Der Lärm findet in der Ferne statt, man befindet sich plötzlich in einem Stadtdschungel. Wie wichtig diese Pausen sind, merke ich, wenn ich ausschließlich auf Beton gelaufen bin und urbanes Grau mein Gesichtsfeld bestimmen. Ich bin damit ein Teil der Hektik geworden und das schafft.

Durch die massive Verdichtung der Wohnquatiere vielerorts sind öffentliche Räume rar geworden. Die Flucht in grüne Areale ist zwangsläufig. Zudem sichern sie sogenannte Kaltluftschneisen in einer sich schneller aufheizenden Stadt.

Der Volkspark Friedrichshain ist großzügig und bietet vielen Menschen verschiedenartige Freizeitbeschäftigungen. In einem Einzugsgebiet von mehreren Hunderttausend Menschen gerät dieser Park an die Grenzen seiner Kapazität.

Der Thälmannpark soll Erholungsgebiet von eines der dichtesten Wohnquartiere Europas sein. Bewohnerinnen des Helmholtz-, Kollwitz- und des Winskiezes wollen hier dem Grau entfliehen.

Im hart umkämpften Mauerpark kommen zu den Anwohner*innen noch tausende Touristen dazu. Die Immobilienbranche würde alles zu bauen und versiegeln. Öffentliche Räume bringen ja kein Geld. So wird immer wieder versucht, mit Randbebauung in die Naturrefugien einzudringen.

Eine der wichtigsten Indikatoren für das Stadtklima, das Tempelhofer Feld, muss vor extremen Bauverlangen geschützt werden. Der Tiergarten soll umzäunt werden. Auf fast alle Grünflächen und Parks ist ein kommerzieller Zugriff von interessierter Seite gewünscht.

Diesen ist es nach Möglichkeit abzuwehren, da öffentliche Räume urbanes Leben erst möglich machen und die grünen Lungen Berlins elementarer Bestandteil von Lebens- und Wohnqualität in einer Großstadt sind. (Raik)