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Trauerrede sprengt Bezirksamts-Empfang zum Sanierungsgebiet Teutoburger Platz

Mit einer Trauerrede haben ehemalige Mieter*innen eine Jubelfeier zum Sanierungsgebiet-Jubiläum des Teutoburger Platzes gesprengt. In Anwesenheit von Stadtrat Kirchner und Senator Müller wurde die Rede verlesen, die so eine andere Darstellung der Entwicklung des Areals Teutoburger Platz präsentierten, dass die geladenen Gäste in der vornehmen Galerie Aedes auf dem Pfefferberg leicht verstört oder mindestens irritiert waren.

Interessant an der Aktion ist der unverfälschte Blick auf die große Diskrepanz zwischen Realität und Politiker-Wahrnehmung bei einer Entwicklung eines Areals.

Hier gibt es die Links zu der Aktion: mietenstopp, indymedia, leute am teute

…und hier die Trauerrede im Wortlaut:

„Liebe Trauergemeinde! Werte Trauergäste!

Wir alle sind an diesem Freitag, einem 13., an diesem Ort zusammengekommen, um vom Sanierungsgebiet Teutoburger Platz endgültig Abschied zu nehmen. Die Häuser sind zwar geblieben, aber die Menschen, die diese Häuser bewohnten und sie mit Leben füllten, sind von uns gegangen.
Wir trauern heute um ganz Pankow und Prenzlauer Berg: Um Mieterinnen und Mieter, die nichts mehr zu beißen haben, weil sie jetzt so viel für die Miete zahlen müssen. Um verdrängte und traumatisierte Einwohner, die ihre Wohnungen aufgeben mussten, weil sie die Schikanen der neuen Eigentümer nicht mehr ertrugen. Um Alte, Arme und Arbeitslose, die weggezogen sind, weil in diesem Bezirk nur Menschen mit Geld willkommen sind.
Darüber hinaus gedenken wir auch: der freien, unverbauten Flächen, der sozialen Infrastruktur, Jugendeinrichtungen, Clubs, Kneipen, Läden – die Platz für Biosupermärkte, Jogastudios, Edelrestaurants und Markenboutiquen machen mussten.
Es ist nun an der Zeit, all diese Menschen und Einrichtungen zu verabschieden. Tun Sie das bitte jetzt – im Hören wie im Schweigen und in aller Traurigkeit.

Meine lieben Trauergäste,
der Leichenschmaus ist hiermit eröffnet.“

1. Öffentlicher Workshop zu Voruntersuchung Thälmannpark am 11.06.2013

Pressemitteilung: Zum 1. öffentlichen Workshop im Rahmen der Voruntersuchung „Thälmannpark“ laden das Bezirksamt Pankow und die STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH alle Bewohner, Gewerbetreibende, Eigentümer, Nutzer und an der Entwicklung des Gebietes Interessierte am Dienstag, dem 11. Juni 2013 um 17.30 Uhr in die WABE, Danziger Straße 101, 10405 Berlin, ein. „Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und freuen uns auf die Mitgestaltung der Voruntersuchung durch die Bevölkerung“, erklärt Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung. Mit der vom Bezirksamt Pankow beschlossenen Voruntersuchung wird für das Areal Thälmannpark zwischen Greifswalder Straße, Danziger Straße, Prenzlauer Allee und der Ringbahn die städtebauliche, räumlich-strukturelle und sozialräumliche Situation des Gebietes analysiert. Ziel ist die Erarbeitung eines abgestimmten städtebaulichen Leitbildes und Entwicklungskonzeptes, das erforderliche Maßnahmen zur Behebung von Missständen aufzeigt und eine Grundlage für künftige Entscheidungen zur Entwicklung des Gebiets schafft. Der 1.öffentliche Workshop soll nun dazu dienen, gemeinsam mit den Betroffenen und Interessierten die Stärken, Probleme, Handlungsbedarfe und Potenziale innerhalb verschiedener Themenbereiche näher zu erörtern und festzuhalten. Bei dem Workshop wird es zehn moderierte Gesprächstische zu den Themen „Wohnen“, „Grün- und Freiflächen“, „Kultur und Bildung“, „Schule“, „Soziale Angebote“, „Sport und Erholung“, „Einzelhandel und Gewerbe“, „Verkehr“, „Nachbarschaften und Verbindungen“ sowie „Leitbild und Visionen“ geben. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit, an drei Thementischen mitzuarbeiten und sich mit ihren Meinungen und Ideen aktiv einzubringen.

Wir von der Initiative sagen: Kommt zahlreich! Und wir hoffen, lieber Herr Kirchner, dass es nicht nur bei netten Meinungsumfragen bleibt.