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Fest beim Nachbarn: Im Bötzowviertel wird es stierisch gut

Plakat Sommerfest

Die AG Sommerfest des Pro Kiez Bötzowviertel e.V. hat für den 31. August 2013 auf dem Arnswalder Platz ein „stierisch gutes“ Kiezfest geplant, in dem sich die Vielfältigkeit des Bötzowkiezes widerspiegelt.
Gefeiert wird rund um den Stierbrunnen von 15 bis 22 Uhr mit Musik, Lesungen, Kindertheater, Essen, Trinken und ganz viel Spaß. Damit das Fest ein voller Erfolg wird, präsentieren sich außerdem lokale Akteure wie soziale und kulturelle Initiativen, Gewerbetreibende und Künstler, aber auch Einzelpersonen mit guten Ideen mit eigenen Aktionen und Informationsständen.
Wann?
31.08.2013
Wo?
Arnswalder Platz
Bötzowstraße
10407 Berlin-Prenzlauer Berg

Start der Kampagne-Spaziergang mit Ströbele, Wawzyniak und do Canto

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(c) Dominik Sollmann

Als wir uns trafen, war es, wie so oft in diesem Sommer, sehr sonnig. Ca. 50 Leute tummelten sich am Eingang des Planetariums erwartungsvoll, um den Auftakt der Kampagne Teddy Zweinull „Mehr Grün für Alle“ beiwohnen zu können.

Leute von der Bezirk-, Landes und auch Bundespolitik (sogar Christian Ströbele, Halina Wawzyniak und  Fabricio do Canto kamen, obwohl sie sich mitten im Wahlkampf befinden), sowie von STATTBAU und der Anwohnerinitiative waren neben interessierten Bürger*innen vertreten. Immerhin war das ein deutliches Signal, dass die Vorankündigungen auf ein reges Interesse gestoßen sind. Die Hand Outs der Kampagne mit Details fanden reißenden Absatz und für kühle Getränke war auch gesorgt. Nun konnte es los gehen.

Zunächst wurde der geplante Grünstreifen vom Planetarium über die Brücke bis zum ersten Halt am Zementwerk beschritten. Eine Diskussion mit Stadtrat Kirchner, der 21-Geschosser auf diesem Gelände ins Spiel brachte, verstörte viele der Anwesenden. Immerhin sagt die Kampagne zu diesem Gebiet und grundsätzlich: Kein Neubau und keine Verdichtung. Was wie wer wo vorher schon ausgemacht hat (ohne Transparenz und Mitsprache der Anwohner*innen), sollte hier und heute keine Rolle spielen.

Weiter ging es zurück in den Park. Beim nächsten Halt am Thälmann-Denkmal ging es darum, die Plattenbauten mit den noch bezahlbaren Mieten, so wie sie sind, zu erhalten. Eine anstehende Sanierung sollte im Dialog mit dem Mieterrat und der Anwohnerini zu gestalten sein und den hier lebenden Menschen eine Perspektive geben, die Verdrängung ausschließt.

Wie wichtig Grün und Erholungsräume auch für die völlig verdichteten angrenzenden Stadtquartiere ist, war immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Klaus Lemmnitz von Pro Kiez des Bötzowviertel versicherte den Initiatoren der Kampagne die volle Unterstützung seines Kiezes und wies auf die Notwendigkeit von öffentlichen Freiräumen im Thälmann-Park und darüber hinaus hin und mahnte aus langjähriger eigener Erfahrung die unbedingte basisdemokratische Bürgerbeteiligung an.

Weitere Bemerkungen auf dem Weg zur Wabe waren: So wundervolle Oasen, wie der Kiezteich, sollten als Beispiele für innerstädtische Gestaltung dienen und weiter voran getrieben werden. Grün für alle sollte nicht nur als Floskel begriffen, sondern auch und gerade von einem grünen Stadtrat mit Leben erfüllt werden, wenn er Einfluss auf Stadtgestaltung hat.

Ein Kinder- und Jugendcampus stellen sich die Kampagnenleute zwischen Dimi, Spielplatz, Theater und Hockeyplatz vor, einschließlich der multikulturellen Nutzung der Wabe und einem Nachbarschaftstreffpunktes im ehm. Rosengarten. Viel wurde auch später über den Bildungscampus (Vivantes) und über das Bezirksamtsgelände als Bürger- und Kulturcampus gesprochen. Auch hier gab es bereits sehr detaiierte Vorstellungen.

Die Kampagne macht folgendes deutlich: Keine Verdichtung des gesamten Areals, Erhalt des öffentlichen Raums, verkaufte Flächen sollten nach Bedarf zurück erworben werden. Der Thälmannpark hat eine Funktion auch für die angrenzenden Gebiete, als Erholungs-, Kinder- und Jugend-, Kultur und Bildungsstandort ist er elementar.

Die Kampagne wird Detail auf ihrer Webseite schalten und sie ladet zum Mitgestalten ein. Hier schon mal das Hand out als PDF.

Raik (Redaktion AITP)

Bilder und Bericht vom Sommerputz im Thälmannpark

Bilder finden Sie jetzt in unserer Bildergalerie … Danke an Dominik Sollmann, der uns seine tollen Bilder immer zur Verfügung stellt und an Claudia für den Bericht!

© Dominik SollmannDer Parkputz vom 15.Juni liegt hinter uns und alle, die am Sonnabend dabei waren, wollen im Herbst wieder mitmachen! Da kann man wohl von Erfolg sprechen. Und tatsächlich sind viele gekommen und gemeinsam haben wir auch viel geschafft. Der Teich, viele Wege, einige Hecken, die Sonnenuhr – überall kamen die Gartengeräte zum Einsatz. Viele brachten eigene Geräte mit, einiges hatte das Grünflächenamt geliefert und die BSR stellte auch auf Anfrage Reinigungsgeräte zur Verfügung. Ein voller Container mit Grünabfall und mehrere Säcke Müll dürfen nun abgeholt werden. Ein großes Dankeschön an alle. Und während wir Anwohner unseren Park putzten, tummelten sich vor dem Thälmann-Denkmal Demonstranten, Gegendemonstranten und viele Polizisten. Eine merkwürdige Situation: Die Polizei trennt beide Gruppen und als erstes fordern einige Junge Liberale die schnelle Beseitigung (Sprengung!) des Denkmals sowie die Umbenennung des Parks, dann dürfen die Gegendemonstranten ihre Meinung kundtun. Letztere waren übrigens interessiert an der Meinung der Anwohner zu diesem Thema. Im Sinne unserer Parkputzaktion wurden beide Gruppen gebeten, eventuellen eigenen Müll selbst zu entsorgen. Unser Wohngebiet ist auf einmal für viele interessant geworden. Ist so viel Öffentlichkeit nun gut für unsere Anliegen bezüglich der Zukunft des Thälmannparks? Wie wäre es übrigens mit etwas Eigeninitiative? Warum auf einen Termin für eine große Aktion warten, wenn man öfter mal im Kleinen etwas unternehmen könnte? Also nicht nur Müll aufheben und zum nächsten Papierkorb tragen, sondern z.B. ein Stück Wegkante in Ordnung bringen, Rosensträucher freilegen, überhängende Zweige abschneiden…

Das betrifft die Flächen, die als städtischer Besitz eigentlich vom Grünflächenamt gepflegt werden sollten, aber wegen fehlender Finanzen nicht bearbeitet werden. Mir ist klar, dass wir damit das Grünflächenamt aus seiner Verantwortung entlassen, aber wollen wir täglich den traurigen Anblick ungepflegter Grünanlagen vor Augen haben?

Für den Termin im Herbst planen wir jedenfalls auf mehrfachen Wunsch Grillen und Getränke mit ein. Also, wir sehen uns im Park.

GEWOBAG will den Thälmannpark verdichten

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG, der schon etliche Wohneinheiten im Thälmannpark gehören, plant im Areal zu expandieren. Ein Wohnkomplex ist gegenüber der Zentrum-Wohnanlage auf dem Parkplatz geplant. Die Parkplatzfläche ist zur Zeit im bezirklichen Besitz.

Wie sich die Neubauten in einem vom Bezirksamt bestellten und von der Stattbau durchgeführten gesamtheitlichen Voruntersuchung Thälmannpark einpassen und wie Bügerbeteiligung gewährleistet werden soll, war bisher von der GEWOBAG nicht zu erfahren. Wenn es der GEWOBAG nur beim sogenanntem Quartiersmanagment um Mitsprache von Mieter*innen geht, würde ein gerade zu wählender Mieterbeirat eine reine Alibi-Struktur sein.

Mit der willkürlich erscheinenden Verdichtung des Areals Thälmannpark konterkariert die GEWOBAG den Willen der meisten Anwohner*innen, indem sie in Hinterzimmern Fakten schaffen will, ohne in wichtigen Fragen in den Dialog mit den Anwohner*innen einzusteigen. Die Pläne der GEWOBAG stehen der gesamtheitlich gedachten behutsamen Entwicklung des Areals entgegen und müssen dringend in ein stadtplanerischen Gesamtkonzept eingeordnet werden.

Der offene Brief „Mehr Grün für Alle im Prenzlauer Berg“ vom 9. Juni 2013 zeigt eine zukunftsweisende Vision für den Prenzlauer Berg, sie sollte mit allen Interessierten diskutiert werden können. Die Pläne der GEWOBAG zeigen deutlich, das die Ausweitung des Untersuchungsgebietes dringend notwendig ist, wie im Brief gefordert wird.

Die Anwohner-Initiative wünscht sich mit der GEWOBAG einen offenen Dialog über anstehende Projekte, einen konstruktiven Austausch von Argumenten auf Augenhöhe und Transparenz und Bürgerbeteiligung in den anstehenden Veränderungen. Wie ich Herrn Kirchner gestern bei der Veranstaltung des Bezirksamtes in der Wabe verstanden habe, wünscht er das sich auch. (Raik)

Hier Auszüge aus bereits erschienenen Beiträgen:

„Das größte Neubauprojekt in Prenzlauer Berg wird auf dem Gebiet des Thälmannparks vorbereitet. Hier hat die GEWOBAG das strategische Ziel, die Plattenbaubestände schrittweise zu sanieren. Ferner gibt es Planungsabsichten für eine “ortsübliche Bebaung” mit Wohnhochhäusern an der nordöstlichen Ecke des Thälmannparks auf den Parkplatzflächen entlang der Lilli-Henoch-Strasse.“ (aus Pankower Allgemeine)

Hendrik Jellema, Vorstand GEWOBAG: „Wir begrüßen die aktuelle Entwicklung, sind in die Prozesse eingebunden und prüfen, was an Neubau möglich ist und den wunderschönen Park ergänzt.“ (aus Prenzlauer Berg Nachrichten)

Pressemitteilung der GEWOBAG