Supergau Thälmannpark

oder: Das Kapital ist mächtiger als die Politik – alles weitere im Beitrag „Gentrifizierung: Weg frei für Investor in Pankow“ des ND.

Als Reaktion auf diesen politischen Supergau in der BVV Pankow, das unglaubliche Abstimmungsverhalten der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen, haben wir bei unserem gestrigen Treffen beschlossen, dass wir als Anwohnerinitiative unsere nun 10 Jahre alte Forderung nach einem Grünzug entlang der S-Bahn aufrecht erhalten – Mehr Grün Für Alle! – es gibt keine Kompromisse mehr. Der anthropogene Treibhauseffekt ist real – die Bedrohung unserer Existenz auf dem Planeten Erde darf nicht mehr ignoriert werden – sie ist konkreter als noch vor 10 Jahren.



Kein Baum mehr für Beton, keine Flächen in der Stadt mehr für irgendwelchen Neubauquatsch eines Investors mit reinen Renditeabsichten. Ende Gelände!

Der Gipfel der Heuchelei – im Monat April

Am vergangenen Dienstag (26. April) hat die sympathische Gartenbaufirma Korkmaz-Gartenbau (das sind die, die in der Pintschstrasse die Grünfläche plattgemacht haben) vor der Grundschule im Park aus einem riesigen Laster junge Bäume abgeladen. Dass hier teilweise die eingepackten Wurzelballen in Mitleidenschaft gezogen wurden, geschenkt.

Diese Bäumchen sollen Ersatz für die zu fällenden alten Bäume für den Schulneubau im Ernst-Thälmann-Park sein. Wenn wir das richtig verstehen, wird also davon abgesehen, eine Kompensationsfläche zu finden und man/frau knallt jetzt die Bäume einfach hier in den Park?

Pressewirksam wurde ein Teil der Bäume am darauffolgenden Mittwoch (27.04.) von der Schulstadträtin und Bezirksbürgermeister Sören Benn „gepflanzt“. Militärisch korrekt wird in der MOPO von einer Bauoffensive im Park schwadroniert. Dass es sich hier nur um Symbolpolitik handelt, ist aber selbst der MOPO klar.

Die restlichen jungen Bäume stehen seitdem (7 Tage) südexponiert, lediglich durch einen Jutesack geschützt, wenn überhaupt, im malträtierten Schulgarten. Kein Wasser, keine angehäufte Erde, trocken. Soweit wir wissen, sollten Bäume nicht länger als 5 Tage ohne Einpflanzen aufbewahrt werden, dazu mindestens bewässert und Erde angehäuf(el)t. Eventuell gehen also diese Bäume ein, was sehr schade wäre – + Verschwendung von Ressourcen und Steuergeldern. Geschenkt. Oder auch nicht, mal sehen. Der Glaube, dass wir es uns leisten können, im Angesicht der Klimakatastrophe alte Bäume in der Stadt zu fällen, und kleine als Kompensation zu pflanzen, ist absolut irrsinnig.

Baumfällungen an der Grundschule am Planetarium

Nachdem vor wenigen Tagen die riesige Esche(?) an der „Grundschule am Planetarium“ gefällt worden ist (sieh oben – vor dem Fall), ging es auf der gegenüberliegenden Seite weiter: hier wurden 4 weitere Bäume gefällt. Entlang des südlich der Schule angrenzenden Weges sind somit in den letzten Monaten mindestens 10 große Bäume gefällt worden, zusätzlich die Vernichtung der Begleitvegetation.

Hier wird sukzessive gefällt, die Bäume verschwinden einer nach dem anderen.

Als ob die frisch gefällten Bäume zusätzlich verhöhnt werden sollen, wurden sie in Abschnitte zersägt, um sie um Beete herum auf dem Schulhof zu drapieren. Schrecklich.

Kahlschlag in der Pintschstraße: Falsche Weichenstellungen!

Stellungnahme des Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung

Die im Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung versammelten Bürgerinitiativen, zu dem auch unsere Anwohnerinitiative Ernst-Thälmann-Park gehört, sind fassungslos und verurteilen die in den vergangenen Wochen von der Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte (WBM) durchgeführten Baumfällungen in der Friedrichshainer Pintschstraße.

Hier geht es zu unserer gemeinsamen Stellungnahme (PDF)…

Im Ernst-Thälmann-Park droht jetzt jeden Tag ebenfalls die Fällung von dutzenden von Bäumen … unser Einwohnerantrag „Thälmannpark Erhalten – Nicht Halbieren!“ wurde einfach von der BVV ignoriert.




Bis nächstes Jahr!

Liebe Nachbar*Innen, Freunde, Unterstützer*Innen,
das Jahr neigt sich dem Ende zu, der zweite Pandemie-Winter wird leider nochmal anstrengend werden. Wir halten uns daher auch an die Empfehlungen und vermeiden erst mal alle Treffen und Kontakte in Innenräumen. Draußen am Rondell werden wir uns aber weiterhin sehen und uns Mut zusprechen und uns auch zuprosten!

Bleiben Sie gesund und Kopf hoch! – Nächstes Jahr wird bestimmt besser – wobei der Regenbogen im Oktober auch nicht von schlechten Eltern war – geht doch!